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Nun ist sie eingetroffen, die Medaille, die an die wechselvollen Stunden in Kanada im Juli 2012 erinnert.

Medaille Begonnen hatte alles am frühen Morgen des 23. Juli in einer der angeblich trockensten Städte Kanadas. Um 4 Uhr setzte sich die letzte Gruppe in Kamloops bei strömendem Regen in Bewegung. Noch vor dem Verlassen der Stadtgrenze durfte ich die erste Reifenpanne beheben. Reichlich Gegenwind und Feuchtigkeit von oben waren ständige Begleiter an diesem Tag auf dem Weg nach Nordosten in die Rockies.

Aber auch Begnungen mit Bären und anderem Kleingetier machten die Reise spannend. Nach Einbruch der Dunkelheit hätte mich ein weiterer Defekt beinahe zur Aufgabe gezwungen. Nur der Fürsorge durch die zahlreichen Helfer und dem ausgezeichneten Essen war es zu verdanken, dass ich meine Tour fortsetzen konnte.

Am zweiten Tag blieb es zwar kalt, aber der Regen zog sich zurück und bezaubernde Einblicke in die kanadische Bergwelt eröffneten sich. Feucht blieb es dennoch. Die Überquerung der höchsten Pässe - Sunwapta und Bow Summit - trieben den Schweiß nicht nur ins Gesicht.

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Nach einer kurzer Schlafpause offerierte der dritte Tag ganz neue Probleme. Der Morgennebel hatte sich verzogen und die Temperaturen kletterten deutlich über die 30-Grad-Marke. In den sumpfreichen Gebieten nach dem Verlassen des Hochgebirges verursachte dies eine bislang unbekannte Art von Qualen. Aber auch eine rabiate Auseinandersetzung mit einem alkoholisierten Einheimischen konnte uns nun nicht mehr stoppen. Nach 74 Stunden und 10 Minuten erreichte ich im ersten Sonnenlicht glücklich und müde das Ziel am Thompson River.